{"id":22784,"date":"2025-09-17T12:11:00","date_gmt":"2025-09-17T10:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/vss-unes.ch\/stellungnahme-zur-aenderung-des-obligationenrechts-verlaengerung-des-jugendurlaubs-fuer-ausserschulische-jugendarbeit-vernehmlassung-2024-94\/"},"modified":"2025-10-16T11:15:49","modified_gmt":"2025-10-16T09:15:49","slug":"stellungnahme-zur-aenderung-des-obligationenrechts-verlaengerung-des-jugendurlaubs-fuer-ausserschulische-jugendarbeit-vernehmlassung-2024-94","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vss-unes.ch\/fr\/stellungnahme-zur-aenderung-des-obligationenrechts-verlaengerung-des-jugendurlaubs-fuer-ausserschulische-jugendarbeit-vernehmlassung-2024-94\/","title":{"rendered":"Stellungnahme zur \u00c4nderung des Obligationenrechts (Verl\u00e4ngerung des Jugendurlaubs f\u00fcr ausserschulische Jugendarbeit), Vernehmlassung 2024\/94"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehr geehrter Herr Bundesrat Jans <br\/>Sehr geehrte Damen und Herren <\/p>\n\n<p>Der Verband der der Schweizer Studierendenschaften (VSS) dankt Ihnen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit zur Stellungnahme. Wir begr\u00fcssen die vorgeschlagene \u00c4nderung des Obligationenrechts vorbehaltlos in beiden Aspekten, der Verl\u00e4ngerung in der Anzahl Tage sowie der Ausweitung des Anwendungsbereiches auf Aktivit\u00e4ten der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Der Bundesrat setzt damit ein deutliches Zeichen zur St\u00e4rkung des ehrenamtlichen Engagements von Jugendlichen. Von zentraler Bedeutung ist dar\u00fcber hinaus, den Geltungsbereich des Jugendurlaubs auch auf Studierende auszuweiten.    <\/p>\n\n<p><strong>Der VSS und der Jugendurlaub<\/strong> <\/p>\n\n<p>Als nationaler Dachverband der Schweizer Studierendenschaften, welcher die Interessen von \u00fcber 140\u2019000 Studierenden vertritt, setzt sich der VSS daf\u00fcr ein, dass Studierende die M\u00f6glichkeit haben, sich in verschiedenen Bereichen des politischen und gesellschaftlichen Lebens aktiv zu beteiligen. Die soziale Teilhabe der Studierenden durch die Leistung von Freiwilligenarbeit und die damit einhergehende St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft erachtet der VSS als zentral. Deshalb engagieren wir uns f\u00fcr die St\u00e4rkung der Freiwilligenarbeit und die Schaffung geeigneter Beteiligungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schweizer Studierende in allen Phasen ihres Studiums.   <\/p>\n\n<p><strong>Der Jugendurlaub, Jugendorganisationen und neue Herausforderungen<\/strong> <\/p>\n\n<p>Seit 1991 haben alle Angestellten und Lernenden unter 30 Jahren, die sich ehrenamtlich in einer kulturellen, sportlichen oder sozialen Organisation f\u00fcr die Jugend engagieren, Anspruch auf f\u00fcnf zus\u00e4tzliche Urlaubstage pro Jahr. Der Jugendurlaub ist in Artikel 329e des Obligationenrechts geregelt. Der Jugendurlaub erm\u00f6glicht jungen Menschen vielf\u00e4ltige Engagements: <strong>Leitungsaufgaben<\/strong> (Organisation von Gruppenevents, Diskussionsabenden, Wochenendaktivit\u00e4ten, Lagern und Kursen als J+S-Leiter:innen), <strong>Betreuungsaufgaben<\/strong> (Verantwortung f\u00fcr Lagerk\u00fcchen, Begleitung von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen, Animation in Jugendzentren), <strong>Beratungsaufgaben<\/strong> (T\u00e4tigkeit als J+S-Expert:in, Fachberater:in, Ausbildner:in oder Kursleiter:in) sowie die <strong>Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen<\/strong>.   <\/p>\n\n<p>In der Schweiz werden j\u00e4hrlich insgesamt rund 621 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Bewertet mit einem durchschnittlichen Lohn entspricht dies einem monet\u00e4ren Wert von 34 Milliarden Franken<sup>1<\/sup>. Auch der VSS basiert seit 1920 auf dem freiwilligen Engagement von Studierenden, die sich neben einem Vollzeitstudium und einem Nebenjob ehrenamtlich in der Hochschulpolitik einsetzen. Dennoch ist das formelle und informelle freiwillige Engagement seit den ersten statistischen Erhebungen im Jahr 1997 r\u00fcckl\u00e4ufig. Der Anteil der Personen, die formellen ehrenamtlichen Engagements nachgehen, ist von 26,5\u202f% auf 21\u202f% gesunken<sup>2<\/sup>. Die Bereitschaft, sich in Bereichen wie Quartiervereinen, Berufsverb\u00e4nden oder Jugendverb\u00e4nden zu engagieren, hat abgenommen. Laut den Organisationen des Netzwerks <em>freiwillig engagiert<\/em> stehen diese Herausforderungen einerseits im Zusammenhang mit demografischen Entwicklungen (alternde Bev\u00f6lkerung; fehlende systematische Nachwuchsgewinnung), anderseits mit strukturellen Trends wie Flexibilisierung, Mobilit\u00e4t, Individualisierung und der zunehmenden Vermischung von Erwerbs- und Freizeit. Dadurch haben sich die Erwartungen von Freiwilligen ver\u00e4ndert: Sie bevorzugen kurze, unverbindliche Eins\u00e4tze, was auch die Zunahme der Angebote im non-formellen Bereich des freiwilligen Engagements erkl\u00e4rt.<sup>3<\/sup> Die Jugendorganisationen sind sich einig, dass es eine gezielte und nationale F\u00f6rderung ehrenamtlicher Arbeit braucht.        <\/p>\n\n<p>Junge Menschen leisten dabei einen wesentlichen Beitrag: Ein Drittel der 15- bis 29-J\u00e4hrigen engagiert sich ehrenamtlich.<sup>4<\/sup> Um das grosse Potenzial der Nicht-Engagierten zu nutzen (22\u202f% der Jugendlichen, die sich bisher nicht engagieren, aber es gerne tun w\u00fcrden), braucht es bessere Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Freiwilligenarbeit. 67\u202f% der Befragten, die nicht freiwillig t\u00e4tig sein, nennen genau diese fehlende Vereinbarkeit als Hindernis, sich freiwillig zu engagieren. Unter den 15- bis 24-J\u00e4hrigen erw\u00e4gen drei Viertel, sich st\u00e4rker in der formellen Freiwilligenarbeit zu engagieren<sup>5<\/sup>.   <\/p>\n\n<p>Hohe Anforderungen und Leistungsdruck in Ausbildung und Beruf erschweren jungen Menschen zunehmend ehrenamtliches Engagement \u2013 besonders bei mehrw\u00f6chigen Eins\u00e4tzen wie Lagern. Damit wird es schwieriger, motivierte Leiter:innen, Betreuer:innen und Berater:innen unter 30 Jahren f\u00fcr ausserschulische Jugendarbeit zu gewinnen. Unter den Gr\u00fcnden f\u00fcrs Aufh\u00f6ren mit Freiwilligenarbeit steht der Punkt \u00abberufliche Gr\u00fcnde\u00bb zuoberst: 41 % der ehemaligen Freiwilligen geben diesen an<sup>6<\/sup>.   <\/p>\n\n<p>Die Verl\u00e4ngerung des Jugendurlaubs auf zehn Tage ist eine sinnvolle und wirksame Massnahme. Das Parlament teilt diese Einsch\u00e4tzung: Die \u00fcberparteiliche Motion <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20233734\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">23.3734<\/a> \u201eF\u00fcr einen Jugendurlaub von zwei Wochen\u201c wurde in beiden Kammern einstimmig angenommen.  <\/p>\n\n<p><strong>Der VSS unterst\u00fctzt daher die Verl\u00e4ngerung des Jugendurlaubs auf zehn Tage. Die Verl\u00e4ngerung wird Folgendes erm\u00f6glichen: <\/strong> <\/p>\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>F\u00f6rderung der physischen und psychischen Gesundheit sowie des sozialen Wohlbefindens<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Ehrenamtliches Engagement wirkt sich positiv auf die k\u00f6rperliche und psychische Gesundheit junger Menschen aus \u2013 Bereiche, die ansonsten Anlass zur Sorge <sup>7<\/sup>. Dies gilt auch f\u00fcr Studierende, welche durch den Jugendurlaub die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, als Ausgleich und Erg\u00e4nzung zu ihrem Alltag neben Studium und Nebenjob noch anderen Aktivit\u00e4ten nachzugehen.  <\/p>\n\n<p>\u2013 Physisch: Der Urlaub erlaubt jungen Menschen, ihre meist sitzende Arbeitsumgebung zeitweise zu verlassen, und sich in den ehrenamtlichen Engagements mehrheitlich sportlich zu bet\u00e4tigen bzw. zu bewegen (oft bei J&amp;S-Aktivit\u00e4ten), wodurch das Risiko chronischer Erkrankungen (z.\u202fB. Diabetes, \u00dcbergewicht) sinkt. <\/p>\n\n<p>\u2013 Psychisch: Engagement vermittelt Stressbew\u00e4ltigungskompetenzen, unterst\u00fctzt nachhaltige Lebensweisen und verbessert den Schlaf, was wiederum Krankheitsrisiken senken l\u00e4sst. <\/p>\n\n<p>Eine Studie (Projekt SCOUT<sup>8<\/sup>) belegt: Beim Bundeslager 2022 der Pfadibewegung Schweiz nahmen positive Emotionen und Kompetenzen der Teilnehmenden deutlich zu. <\/p>\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Entlastung von Jugendorganisationen in Schwierigkeiten<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Der leichter R\u00fcckgang des formellen ehrenamtlichen Engagements schw\u00e4cht das Fundament vieler Jugendorganisationen. Diese spielen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle f\u00fcr die Begleitung junger Menschen. Durch weniger Engagement geraten sie in Schwierigkeiten, ihr Angebot aufrechtzuerhalten. Eine Verl\u00e4ngerung des Jugendurlaubs auf zehn Tage gibt ihnen neue Luft und unterst\u00fctzt sie durch zeitlich entlastete Freiwillige.    <\/p>\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>F\u00f6rderung gesellschaftlicher und demokratischer Integration, sowie Sicherung zug\u00e4nglicher Angebote<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Freiwilligenarbeit st\u00e4rkt gesellschaftliche Integration \u2013 sie findet vor allem im Quartier (21\u202f%), Wohnort (61\u202f%) und Kanton (44\u202f%) statt<sup>9<\/sup>. Diese R\u00e4ume f\u00f6rdern auch politische Bildung und motivieren junge Menschen zur aktiven Teilnahme an lokalen, kantonalen und nationalen Institutionen.  <\/p>\n\n<p>Ausserdem gew\u00e4hrleisten diese ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten den reibungslosen Ablauf und die Zug\u00e4nglichkeit von Ferienangeboten und anderen Aktivit\u00e4ten f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Zahlreiche Lager und Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnten ohne das Engagement von Freiwilligen, die daf\u00fcr Jugendurlaub beziehen, gar nicht stattfinden. Eine Ausweitung auf zehn Tage w\u00fcrde diese positive Entwicklung verst\u00e4rken und dank fairer Preise soziale Durchmischung sowie Chancengleichheit f\u00f6rdern.   <\/p>\n\n<ol start=\"4\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Arbeitgeber:innen den Zugang zu qualifizierten Fachkr\u00e4ften sichern<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Freiwilligenarbeit bietet Studierenden die M\u00f6glichkeit, das im Unterricht erworbene theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden. Zudem vermittelt Freiwilligenarbeit wertvolle pers\u00f6nliche, soziale, strategische und methodische Kompetenzen: Projektkoordination, Verantwortungsbewusstsein, Teamf\u00e4higkeit, Stressmanagement und Weiterbildung. Diese Kompetenzen erweisen sich zum einen w\u00e4hrend des Studiums als sehr n\u00fctzlich und zum anderen k\u00f6nnen sp\u00e4ter auch die Arbeitgeber:innen direkt davon profitieren.   <\/p>\n\n<p>Engagierte Jugendliche sind sich dessen bewusst: 40,3\u202f% der Freiwilligen nennen Wissens- und Erfahrungserweiterung als Motiv, 34,7\u202f% pers\u00f6nliche Entwicklung, 30,9\u202f% Netzwerkpflege und 10\u202f% berufliche Vorteile.<sup>10<\/sup>  <\/p>\n\n<p><strong>Der VSS betont jedoch zwei zentrale Punkte der Revision:<\/strong> <\/p>\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Niedrige Inanspruchnahme steigern<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Dieser Umstand wird von den Beh\u00f6rden als Argument daf\u00fcr angef\u00fchrt, dass die Verl\u00e4ngerung auf zwei Wochen (10 Tage) keine nennenswerten zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fcr die Wirtschaft mit sich bringen wird. Tats\u00e4chlich wird der Jugendurlaub nur selten in Anspruch genommen und macht weniger als 0,1 % der Gesamtarbeitszeit aus, was im Jahr 2022 7,5 Millionen von insgesamt 7,9 Milliarden Stunden entspricht. Seit 2022 hat sich diese Situation nicht wesentlich ver\u00e4ndert.   <\/p>\n\n<p>Wenn das Ziel dieser Verl\u00e4ngerung des Jugendurlaubs darin besteht, mehr freiwillige Arbeit zu f\u00f6rdern, dann m\u00fcssen die Bundesbeh\u00f6rden daran arbeiten, dass junge Menschen diesen Urlaub st\u00e4rker in Anspruch nehmen, insbesondere durch bessere Sichtbarkeitskampagnen. <\/p>\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Breiten Anwendungsbereich beibehalten<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>W\u00e4hrend der Debatten im St\u00e4nderat stellte ein Abgeordneter die Angemessenheit des derzeitigen Anwendungsbereichs in Frage und forderte dessen Einschr\u00e4nkung. Die RK-S r\u00e4umte ein, dass dieser Anwendungsbereich einer \u00dcberpr\u00fcfung bed\u00fcrfe. Der VSS ist \u00fcberzeugt, dass der derzeitige Anwendungsbereich richtig ist. Die Ausweitung auf Aktivit\u00e4ten im offenen Raum, wie in der Revision des Kinder- und Jugendf\u00f6rderungsgesetzes (KJFG) von 2013 vorgesehen, ist ebenfalls eine gute Nachricht, die lediglich der Praxis folgt. Der VSS lehnt jedoch eine Beschr\u00e4nkung des Anwendungsbereichs auf kulturelle oder sportliche Aktivit\u00e4ten entschieden ab. Der VSS h\u00e4lt an einer weit gefassten Definition von Jugendaktivit\u00e4ten fest, die sich auf nicht gewinnorientierte Aktivit\u00e4ten bezieht. Ob gewerkschaftlich oder politisch (die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Intervention des betreffenden Abgeordneten), diese Engagements sorgen f\u00fcr eine bessere Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft.       <\/p>\n\n<p><strong>Der VSS sieht weitere Verbesserungsvorschl\u00e4ge beim Jugendurlaub:<\/strong> <\/p>\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Erwerbsersatz f\u00fcr die erste Woche des Jugendurlaubs f\u00fcr junge Arbeitnehmende, Lernende unter 25 Jahren und Studierende<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>F\u00fcr die Auszubildenden, die jungen Arbeitnehmer:innen oder die Studierenden mit einem Nebenjob bedeutet das Beziehen des Jugendurlaubs einen direkten, einschneidenden Verdienstausfall. Jugendliche mit tieferem Einkommen k\u00f6nnen es sich aufgrund fixer Ausgaben oft nicht leisten, f\u00fcr eine Woche auf ihren Lohn zu verzichten \u2013 insbesondere dann, wenn sie nicht mehr im Elternhaus leben. Das urspr\u00fcngliche Ziel des Jugendurlaubs bestand darin, Freiwilligenarbeit \u00fcber den Kreis der Studierenden hinaus zug\u00e4nglich zu machen. Die geringe Inanspruchnahme zeigt jedoch, dass dieses Ziel bisher nicht erreicht wurde. Ein wesentlicher Grund daf\u00fcr liegt in den bestehenden finanziellen H\u00fcrden. Der Lohnausfall der ersten Woche (5 Tage) des Jugendurlaubs sollte daher \u00fcber das System der Erwerbsersatzordnung honoriert werden. Diese Regelung w\u00fcrde garantieren, dass Arbeitgebende keinen zus\u00e4tzlichen Anreiz haben, den Urlaub zu verweigern, und dass die Jugendlichen ihre Freiwilligent\u00e4tigkeit ohne zus\u00e4tzliche finanzielle Sorgen aus\u00fcben k\u00f6nnen. Eine Beschr\u00e4nkung dieser Regelung f\u00fcr unter 25-J\u00e4hrige ist sinnvoll, denn diese Bev\u00f6lkerungsgruppe diejenigen mit den niedrigsten Einkommen umfasst.        <\/p>\n\n<p>Dieses System sieht keine Verg\u00fctung f\u00fcr Freiwilligenarbeit vor, sondern verhindert lediglich einen Verdienstausfall, der zu einem Mangel an sozio\u00f6konomischer Vielfalt im Bereich der Jugendaktivit\u00e4ten f\u00fchrt. Das System w\u00e4re dasselbe wie jenes, das sich im Rahmen der J&amp;S-Leitungskurse bereits bew\u00e4hrt.  <\/p>\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Einf\u00fchrung einer Jugendurlaubs-Woche f\u00fcr Studierende sowie f\u00fcr Personen im Alter von 30 bis 35 Jahren<\/strong> <\/li>\n<\/ol>\n\n<p>Einige Lager oder Schulungen, die von Studierenden geleitet und mitorganisiert werden, finden w\u00e4hrend des Semesters statt. Wenn Studierende freigestellt werden m\u00f6chten, aber in der betreffenden Woche obligatorische Vorlesungen oder Seminare besuchen m\u00fcssen, m\u00fcssen sie sicherstellen, dass alle Dozierenden mit ihrer Abwesenheit einverstanden sind.  <\/p>\n\n<p>Wenn der Jugendurlaub eine Woche f\u00fcr Studierende garantieren w\u00fcrde, k\u00f6nnte dieser Antrag direkt an die Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t oder der Hochschule gerichtet werden, und der Entscheid \u00fcber die Genehmigung des Antrags l\u00e4ge dann im Ermessen der Einrichtung und nicht mehr bei den einzelnen Dozierenden. Das w\u00fcrde die Chancengleichheit zwischen den Studierenden erh\u00f6hen, weil alle die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, neben dem Studium und dem Nebenjob Erfahrung in der Freiwilligenarbeit zu sammeln und dabei neue Kompetenzen zu erwerben. Diese Kompetenzen k\u00f6nnen sich im Studium und sp\u00e4ter im Berufsleben als n\u00fctzlich erweisen.   <\/p>\n\n<p>Viele 30 bis 35-J\u00e4hrige engagieren sich weiter in Jugendorganisationen, oft in Positionen mit mehr Verantwortung (das Durchschnittsalter von Personen, die sich in Jugendorganisationen freiwillig engagieren, liegt bei 33 Jahren<sup>11<\/sup>). Die aktuell geltende Altersgrenze von 30 Jahren setzt eine harte Z\u00e4sur und f\u00fchrt dazu, dass sich viele Personen dieser Altersgruppe weniger freiwillig engagieren. Dadurch wird die Nachhaltigkeit zahlreicher Jugendangebote geschw\u00e4cht.   <\/p>\n\n<p><strong>Der VSS begr\u00fcsst die Revision vollumf\u00e4nglich. Wir sind \u00fcberzeugt, dass beide Aspekte der Reform (Verl\u00e4ngerung und Erweiterung) positiv sind. <\/strong> <\/p>\n\n<p>Abschliessend m\u00f6chten wir daran erinnern: Neue Belastungen, insbesondere das Entlastungspaket 2027 mit K\u00fcrzungen bei J+S und dem KJFG, erschweren die Arbeit der Jugendorganisationen massiv und haben weitreichende Folgen. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchren neue administrative H\u00fcrden seitens der Beh\u00f6rden zu einer st\u00e4rkeren Professionalisierung und bremsen die Freiwilligenarbeit erheblich.  <\/p>\n\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/kataloge-datenbanken.assetdetail.23767761.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesamt f\u00fcr Statistik, La valeur du travail non r\u00e9mun\u00e9r\u00e9 se montait \u00e0 434 milliards de francs en 2020<\/a> <\/p>\n\n<p>[2] <a href=\"https:\/\/freiwilligenmonitor.ch\/monitor-2025\/\">Freiwilligenmonitor, 2025<\/a><\/p>\n\n<p>[3] Ebd.<\/p>\n\n<p>[4] <a href=\"https:\/\/www.rkz.ch\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente\/9._Verschiedenes\/2022\/Freiwilliges_Engagement_CH_2020_Leporello_BFS.pdf\">Bundesamt f\u00fcr Statistik, Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020, Neuch\u00e2tel, 2021<\/a><\/p>\n\n<p>[5] <a href=\"https:\/\/freiwilligenmonitor.ch\/monitor-2025\/\">Freiwilligenmonitor, 2025<\/a> <\/p>\n\n<p>[6] Ebd.<\/p>\n\n<p>[7] <a href=\"https:\/\/www.unicef.ch\/de\/was-wir-tun\/national\/wohlergehen-von-kindern\/psychische-gesundheit\">Unicef Schweiz und Liechtenstein, Psychische Gesundheit von Jugendliche: Studie zur Situation in der Schweiz und Liechtenstein<\/a><\/p>\n\n<p>[8] <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/contentassets\/6d8f243d133f411c9f9445c241556738\/scout-studie-erste-ergebnisse-pfadibewegung-schweiz-phzh.pdf\">Keller, Roger, Kirchhoff, Blanc Barbara, Study on Competence development in OUT-of-school settings (SCOUT), 26.10.2022<\/a> <\/p>\n\n<p>[9] <a href=\"https:\/\/www.seismoverlag.ch\/site\/assets\/files\/16190\/oa_9783037777336.pdf\">Lambrecht et al., Freiwilligenmonitor Schweiz 2020, Version Seismo<\/a><\/p>\n\n<p>[10] <a href=\"https:\/\/www.rkz.ch\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente\/9._Verschiedenes\/2022\/Freiwilliges_Engagement_CH_2020_Leporello_BFS.pdf\">Bundesamt f\u00fcr Statistik, Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020, Neuch\u00e2tel, 2021<\/a><\/p>\n\n<p>[11] <a href=\"https:\/\/www.rkz.ch\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente\/9._Verschiedenes\/2022\/Freiwilliges_Engagement_CH_2020_Leporello_BFS.pdf\">Bundesamt f\u00fcr Statistik, Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020, Neuch\u00e2tel, 2021<\/a><\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Bundesrat Jans Sehr geehrte Damen und Herren Der Verband der der Schweizer Studierendenschaften (VSS) dankt Ihnen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit zur Stellungnahme. 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