{"id":14524,"date":"2013-01-08T21:56:29","date_gmt":"2013-01-08T20:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vss.michaelschaedler.li\/der-vss-solidarisiert-sich-mit-den-finnischen-studierenden-die-sich-gegen-die-einfuehrung-von-studiengebuehren-fuer-nicht-eu-buergerinnen-wehren-3\/"},"modified":"2013-01-08T21:56:29","modified_gmt":"2013-01-08T20:56:29","slug":"der-vss-solidarisiert-sich-mit-den-finnischen-studierenden-die-sich-gegen-die-einfuehrung-von-studiengebuehren-fuer-nicht-eu-buergerinnen-wehren-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vss-unes.ch\/it\/der-vss-solidarisiert-sich-mit-den-finnischen-studierenden-die-sich-gegen-die-einfuehrung-von-studiengebuehren-fuer-nicht-eu-buergerinnen-wehren-3\/","title":{"rendered":"Der VSS solidarisiert sich mit den finnischen Studierenden, die sich gegen die Einfu\u0308hrung von Studiengebu\u0308hren fu\u0308r Nicht-EU-Bu\u0308rgerInnen wehren."},"content":{"rendered":"<p>In Finnland, wie auch in anderen La\u0308ndern, wird die Situation fu\u0308r Studierende immer unangenehmer; besonders, wenn sie nicht aus Finnland oder einem anderen EU- oder EFTA-Staat kommen. Neu sollen Studierende ohne EU-Pass Studiengebu\u0308hren bezahlen mu\u0308ssen, wenn sie an einer Hochschule in Finnland eingeschrieben sind. Dies verlangt eine Initiative von 119 ParlamentarierInnen1. Die InitiantInnen begru\u0308nden ihr Anliegen mit einer U\u0308berbelastung der finnischen SteuerzahlerInnen aufgrund der markant angewachsenen Zahl ausla\u0308ndischer Studierender. SYL und SAMOK, offizielle Vertretungen der Studierenden in Finnland, wurden u\u0308ber den Plan, eine derartige Initiative einzureichen, nicht informiert. Auch jetzt besteht anscheinend kein Interesse, die Anliegen der Studierenden in dieser Diskussion ernstzunehmen. Die finnischen Studierendenorganisationen a\u0308usserten sich am 7. Januar 2013 unaufgefordert zur Idee und verlangten, dass keine Studiengebu\u0308hren fu\u0308r Nicht-EU\/EFTA-Studierende erhoben werden sondern stattdessen die Mo\u0308glichkeiten fu\u0308r internationale Studierende verbessert werden2.<\/p>\n<p>Die vermehrte Einfu\u0308hrung von immer ho\u0308heren Studiengebu\u0308hren ist in Europa seit einiger Zeit zu beobachten. Auch in der Schweiz sind die Studierenden mit steigenden Gebu\u0308hren konfrontiert. Nach den Universita\u0308ten Zu\u0308rich und Bern, die ihre Gebu\u0308hren im Laufe des Jahres 2012 angehoben hatten, beschloss der ETH-Rat kurz vor Jahresende die Verdoppelung der Studiengebu\u0308hren fu\u0308r Studierende der beiden ETHs. In allen Fa\u0308llen wurden die Studierenden kaum in den Entscheidungsprozess miteinbezogen und damit ihre Partizipation verhindert. Dieses Vorgehen scheint sich, wie am ju\u0308ngsten Beispiel in Finnland erkennbar, immer mehr zur Normalita\u0308t zu entwickeln, obwohl die europa\u0308ischen Bildungsminister immer wieder betonen, dass sie die Studierenden als gleichberechtigte PartnerInnen anerkennen3.<\/p>\n<p>Studiengebu\u0308hren sind keine ada\u0308quate Methode, Hochschulbildung zu finanzieren. Bildung ist ein o\u0308ffentliches Gut, welches o\u0308ffentlich finanziert werden soll. Nur so kann gewa\u0308hrleistet werden, dass Hochschulbildung allen nach Neigung und Fa\u0308higkeit offen steht.. Studiengebu\u0308hren verhindern aber gerade den freien Zugang zu den Hochschulen: Personen mit beschra\u0308nkten finanziellen Mo\u0308glichkeiten wird es noch zusa\u0308tzlich erschwert, ein Studium aufzunehmen. Die Einfu\u0308hrung oder Erho\u0308hung von Studiengebu\u0308hren nur fu\u0308r eine bestimmte Gruppe, und insbesondere fu\u0308r Nicht- Einheimische, ist neben ihrer Sozialunvertra\u0308glichkeit eine zusa\u0308tzliche, inakzeptable Ungleichbehandlung von ausla\u0308ndischen Studierenden und verhindert so die von allen Seiten geforderte internationale Mobilita\u0308t. Berechnungen von SYL und SAMOK haben daru\u0308berhinaus ergeben, dass ein Anteil von 25% ausla\u0308ndischer Studierender, die nach Abschluss des Studiums in Finnland bleiben, ausreicht, um die Kosten aller internationalen Studierenden zu decken. Es ist dementsprechend unno\u0308tig und kontraproduktiv, Studiengebu\u0308hren einzufu\u0308hren.<\/p>\n<p>Der VSS besta\u0308rkt die finnischen Studierendenvertretungen in Ihrem Kampf fu\u0308r ein gerechtes Hochschulsystem, an dem alle teilhaben ko\u0308nnen. Der VSS appelliert an die finnischen ParlamentarierInnen, sich ebenfalls fu\u0308r den chancengleichen Zugang zur Hochschulbildung einzusetzen und sich zur internationalen Studierendenmobilita\u0308t zu bekennen.<\/p>\n<p>Fu\u0308r weitere Informationen<\/p>\n<p>Lea Meister (Co-Pra\u0308sidentin der Kommission fu\u0308r Internationales und Solidarita\u0308t) +41 (0)78 720 65 78<\/p>\n<p>Marius Wiher (Co-Pra\u0308sident der Kommission fu\u0308r Internationales und Solidarita\u0308t) +41 (0)79 728 72 97<\/p>\n<p>Manuela Hugentobler (Vorstandsmitglied) +41 (0)78 696 08 09<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Finnland, wie auch in anderen La\u0308ndern, wird die Situation fu\u0308r Studierende immer unangenehmer; besonders, wenn sie nicht aus Finnland oder einem anderen EU- oder EFTA-Staat kommen. 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