Thema

Erasmus+

Erasmus+ ist das grösste Austauschprogramm der Welt. Initiiert wurde es durch die Europäische Union und ist tätig im Bereich Bildung, Sport und Jugendbildung für den Zeitraum 2021–2027.

Erasmus+ vereint viele verschiedene Bildungsbereiche: Hochschulbildung, berufliche Grundbildung, Erwachsenenbildung, Schulen, ausserschulische Jugendarbeit und Sport. Neben der bekannten Mobilität von Studierenden umfasst dieses Programm auch die Mobilität von Lernenden, Lehrpersonen sowie Kooperationsprojekte und Projekte zur Umsetzung politischer Reformen. Der Schwerpunkt liegt auf der Schnittstelle zwischen Bildung und Arbeitswelt sowie auf der Berufsbildung.

Leider ist die Schweiz seit 2014 nicht mehr Teil dieses Programmes.

FAQ

Die Schweiz war von 2011 bis 2013 Vollmitglied der früheren Programme (ERASMUS, Lebenslanges Lernen und Jugend in Aktion). Nachdem das Schweizer Stimmvolk jedoch am 9. Februar 2014 die Masseneinwanderungsinitiative angenommen hatte, setzte die EU die Verhandlungen über den Beitritt der Schweiz zu Erasmus+ aus.

Während die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative im Parlament diskutiert wurde, betonte der Bundesrat bei jeder Gelegenheit, dass die Mitgliedschaft bei Erasmus+ eine Priorität darstelle. Sobald die Masseneinwanderungsinitiative in einer Weise umgesetzt worden wäre, die mit der Personenfreizügigkeit vereinbar ist, hätte die Schweiz erneut versuchen sollen, Teil von Erasmus+ zu werden.

Der Bundesrat hat nach dem Wegfallen von Erasmus+ eine Übergangslösung für geschaffen: das Schweizerisch Europäische Mobilitätsprogramm (SEMP). Im Gegensatz zur Ankündigung des Bundesrates wird diese Übergangslösung seither wieder und wieder verlängert und eine vollständige Reassoziierung an das Erasmus+ Programm immer wieder verschoben.

SEMP hat zwar geringfügige finanzielle Mittel für Jugendorganisationen, ist aber vor allem eine Übergangslösung für studentische Mobilität. Das heisst das von SEMP viel weniger Menschen profitieren können, darunter auch Sportorganisationen, Lehrpersonen etc.

Hinzu kommen Nachteile, wie dass die Auswahl der Universitäten weitaus kleiner ist. SEMP basiert ausserdem auf vielen komplexen Einzelverträgen anstatt wie Erasmus+ klare standardisierte Prozesse zu haben. Ausserdem können Mitgliedsstaaten von Erasmus+ das Programm stetig weiterentwickeln, Prioritäten festlegen und mitentscheiden. Als Drittstaat entgeht der Schweiz dieses Recht und sie muss Regeln einfach übernehmen.

Gegner:innen von Erasmus+ sprechen meist von den verursachten Kosten. Diese sind höher für Erasmus+ da dieses Programm viel umfangreicher ist.

Die Zahlen widersprechen diesem Argument aber! Daten aus anderen Staaten zeigen, dass Menschen, die einen Austausch absolviert haben, bedeutend weniger häufig arbeitslos sind, von anderen Bildungssystemen profitieren und Expertise zurück in ihr Land bringen.

Das und die Vorteile von kulturellem Austausch machen die höheren Kosten wett und die Schweiz profitiert mehr vom Programm als sie investieren muss.

Warum die Schweiz wieder Teil von Erasmus+ werden muss

Wenn die Schweiz wieder vollwertiges Mitglied des Erasmus+ Programms ist profitieren alle. Die Vorteile umschliessen weit mehr als nur die Studierenden im Austausch:

Für Universitäten

Für die Universitäten ist die Übergangslösung SEMP für Erasmus+ mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, da mit jeder Universität ein individuelles Austauschabkommen ausgehandelt werden muss. Zudem sind Schweizer Bildungseinrichtungen de facto von Kooperationsprojekten ausgeschlossen, obwohl die Übergangslösung Mittel dafür bereitstellen würde.

Einige ausländische Universitäten wollen im Rahmen der Übergangslösung überhaupt keine Austauschabkommen mit Schweizer Universitäten abschliessen. Andere Universitäten haben die Kontingente für Studierende aus der Schweiz erheblich reduziert und bieten nun beispielsweise nur noch fünf Plätze statt wie bisher zwanzig an. Dadurch wurde die Anzahl der verfügbaren Plätze für Studierende aus der Schweiz stark verringert.

Für Studierende

Für Lernende, Lehrpersonen, Jugendorganisationen etc.

Für die Universitäten ist die Übergangslösung SEMP für Erasmus+ mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, da mit jeder Universität ein individuelles Austauschabkommen ausgehandelt werden muss. Zudem sind Schweizer Bildungseinrichtungen de facto von Kooperationsprojekten ausgeschlossen, obwohl die Übergangslösung Mittel dafür bereitstellen würde.

Die Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft profitieren massiv von Erasmus+. Die Liste der Vorteile ist lang: Der kulturelle Austausch ist eine Bereicherung, Arbeitgeber:innen profitieren von besseren Ausbildungen, internationale Fachkräfte kommen in die Schweiz, junge Menschen können ihre Sprachkenntnisse verbessern, die soziale Durchlässigkeit wird gefördert da mehr Menschen einen längeren Auslandsaufenthalt erleben können und viele mehr.

Für die Gesellschaft

Was unternimmt der VSS in Bezug auf Erasmus+?

Der VSS setzt sich seit Jahren auf nationaler und kantonaler Ebene für die Rückkehr der Schweiz zu Erasmus+ ein. Gemeinsam mit Hochschulen, Jugendorganisationen und weiteren Partner:innen sensibilisiert der Verband Politik und Öffentlichkeit für die Bedeutung des internationalen Austauschs. Dazu gehören Gespräche mit Parlamentarier:innen, Stellungnahmen zu politischen Vorlagen, die Mitarbeit in relevanten Gremien sowie die Unterstützung von Kampagnen für eine stärkere europäische Bildungszusammenarbeit.

In den vergangenen Jahren hat sich die politische Ausgangslage schrittweise verbessert. Mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union ist auch die Assoziierung an Erasmus+ wieder auf die politische Agenda gerückt. Der VSS begleitet diesen Prozess eng, steht im Austausch mit Entscheidungsträger:innen und setzt sich dafür ein, dass die Interessen der Studierenden bei den Verhandlungen berücksichtigt werden. Bis eine Vollassoziierung erreicht ist, wird sich der VSS weiterhin für die Verbesserung der Mobilitätsmöglichkeiten und den Ausbau internationaler Austauschprogramme einsetzen.

Hier ein paar konkrete Meilensteine der letzten Jahre:

Und wie geht es weiter?

Leider ist der Kampf noch nicht vorbei. Das Parlament wird voraussichtlich in der Wintersession 2026 über die Bilateralen III und in dem Zusammenhang über Erasmus+ diskutieren. Wie die Diskussion ausgeht, ist noch offen aber fest steht, dass der VSS sich aktiv einbringen wird.

In dem Zusammenhang haben wir im Moment 3 thematische Prioritäten: Eine Assoziierung an das derzeit laufende Programm für das Jahr 2027, die Unterstützung der Bilateralen III für eine längerfristige und stabile Zusammenarbeit mit Europa und zuletzt die volle Assoziierung an die neue Programmrunde 2028 – 2034.

Ressourcen

Dich interessiert das Thema oder du willst noch ein paar Zahlen sehen, warum Erasmus+ sich für die Schweiz mehr als auszahlt? Wir haben ein paar Ressourcen, die dich vielleicht interessieren könnten.

Unser Wirtschaftsargumentarium zeigt auf warum Erasmus+ eine renatble Investiton ist.

  • Swissuniversities hat ein Plädoyer mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Argumente für Erasmus+ und gegen die Übergangslösung zusammgestellt.

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