Projekt

Students at Risk

Das Students at Risk (StAR) Programm unterstützt mit einem Stipendium in der Schweiz Studierende, denen im Herkunfts- oder Aufenthaltsland das Recht auf Bildung verweigert oder erschwert wird.

Das Programm Students at Risk (StAR) zielt darauf ab, gefährdeten Studierenden weltweit, denen im Herkunfts- oder Aufenthaltsland das Recht auf Bildung verweigert oder erschwert wird, eine Möglichkeit zu bieten, ihr Studium in der Schweiz aufzunehmen oder zu vollenden. Die Idee von StAR wurde 2012 in Norwegen von zwei Studierendenorganisationen SAIH und NSO lanciert. Deutschland folgte 2021 mit dem „Hilde Domin-Programm“ mit einer ähnlichen Idee.  

Mit dem Projekt des Verbands Schweizer Studierendenschaften (VSS) leistet nun auch die Schweiz einen Beitrag für die internationale Freiheit der Lehre und Forschung. Es ergänzt das bereits bestehende Projekt „Scholars at Risk“, welches sich auf Postdocs fokussiert. Die Pilotphase des Projekts startete im September 2024 und dauert bis Ende 2027. In dieser Zeitspanne soll ersten Studierenden ermöglicht werden über das StAR-Programm ein Studium in der Schweiz aufzunehmen oder zu vollenden. 

Für gefährdete Studierende soll durch das StAR-Programm eine sichere Umgebung geschaffen werden, die es ihnen ermöglicht, ihr Studium abzuschliessen und ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Mit einem universitären Abschluss und einem internationalen Netzwerk sind Studierende gut auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet und können somit einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag in ihren Herkunftsländern leisten.

Bewerber:innen müssen für den Erhalt eines StAR-Stipendiums folgende kumulative Kriterien erfüllen:  

  1. Student:in: Kandidat:innen müssen potenzielle Studierende (Bachelor- oder Masterlevel) oder Doktorierendesein[1].
  2. At Risk: Gefährdung oder Verunmöglichung der Fortsetzung des Studiums im Herkunfts- oder Aufenthaltsland: 
  • aufgrund eines Einsatzes für Grund- oder Menschenrechte 
  • aufgrund der Angehörigkeit einer marginalisierten Gruppe oder  
  • aufgrund anderer äusserer Faktoren, die eine sichere Vollendung des Studiums faktisch verunmöglichen oder erheblich erschweren. 

    [1] Mit «potenziell Studierenden» ist gemeint, dass Bewerber:innen Bildungsnachweise brauchen, um einen Bachelor- Master oder Doktoratsstudium anzufangen und somit die jeweiligen Zulassungsbedingungen der Schweizer Hochschulen erfüllen.

Vollständige Bewerbungen werden vertraulich an unabhängige Expert:innen aus den Bereichen der Hochschule, der Migration und der Menschenrechte weitergeleitet. An einer Auswahlkommission werden die Nominierungen einzeln geprüft und über die Vergabe der Stipendien entschieden. Die Priorisierung erfolgt unter Berücksichtigung der Risikosituation, der Hochschulzulassung und Praktikabilitätsfragen zum Visumserhalt und des Unterstützungsnetzwerks. Die effektive Auszahlung des Stipendiums ist auch nach der Auswahl weiterhin an die Aufnahme an einer Schweizer Hochschule und an die Möglichkeit der legalen Einreise in die Schweiz geknüpft. Expert:innen beachten bei der Auswahl folgende Punkte:

  1. Dringlichkeit der Situation: Die individuelle Gefährdungslage wird analysiert. Dabei wird berücksichtigt, ob sich die Person in einer akuten Bedrohungssituation befindet, etwa durch politische Repressalien, Gewalt oder strukturelle Ausschlüsse im Herkunfts- oder Aufenthaltsland. Fehlende oder eingeschränkte Bildungsperspektiven sind zentraler Bestandteil der Dringlichkeitsanalyse.
  2. Mehrdimensionale Gefährdung: Diskriminierungskategorien wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Behinderung können die Vulnerabilität zusätzlich verstärken. Diese intersektionalen Aspekte fliessen in die Bewertung der Schutzbedürftigkeit mit ein.
  3. Hochschulzulassung: Entscheidend ist, ob das angestrebte Bildungsziel nachvollziehbar formuliert und realistisch erreichbar ist. Dazu zählen die geplante Studienrichtung, Sprachkenntnisse, akademische Vorbildung (z. B. bereits erworbene Diplome), sowie die allgemeine Stimmigkeit des Studienplans. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn die nominierende Person/Stelle bereits ein Zulassungsentscheid oder eine Einschätzung der Zulassungsfähigkeit durch die zuständige Stelle der Universität/Fachhochschule einreicht.
  4. Visum: Relevante Faktoren wie Zivilstand, Familienangehörige, frühere Visumsgesuche und mögliche Risiken/Chancen im Zusammenhang mit einer Visaerteilung werden evaluiert. In diesem Zusammenhang werden auch berufliche Zukunftspläne sowie die gesellschaftliche Relevanz des geplanten Studienwegs berücksichtigt. Dabei kann insbesondere positiv gewichtet werden, wenn die angestrebte berufliche Tätigkeit einen erkennbaren gesellschaftlichen Beitrag im Herkunfts- oder Aufenthaltsland leisten kann.
  5. Unterstützungsnetzwerk: Da der VSS aus Kapazitätsgründen Studierende bei der Ausreise oder beim Visumsgesuch nur punktuell beraten und unterstützen kann, werden bestehende soziale oder institutionelle Netzwerke, sowohl im Herkunfts- oder Aufenthaltsland als auch in der Schweiz, mit Blick auf soziale, logistische oder finanzielle Unterstützungspotenziale berücksichtigt. Dabei können sich konkrete Unterstützungen durch die nominierenden Stelle/Personen positiv auf die Auswahl auswirken.

Die Bewerbung um ein Students at Risk (StAR)-Stipendium setzt eine Nominierung durch eine Einzelperson mit Wohnsitz in der Schweiz oder einer rechtlich anerkannten Organisation mit Sitz in der Schweiz voraus. Eine Direktbewerbung durch die Kandidatin oder den Kandidaten ist nicht möglich.

Die Nominierung erfordert eine Unterstützung seitens der nominierenden Institution oder Person. Daher kann der VSS keine nominierende Organisation/Person vermitteln. Studierende müssen selbst eine geeignete Person oder Institution finden, die bereit ist, sie gemäss den in der Dokumentation genannten Bedingungen zu nominieren. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Stipendien ist das Auswahlverfahren kompetitiv.

Das ausgefüllte Nominierungsformular, die nötigen Anhänge (in einem einzigen PDF) und die unterschriebene Verpflichtungserklärung müssen bis am Montag, der 16. November 2026 per E-Mail an studentsatrisk@vss-unes.ch bei der Projektleitung vom StAR-Programm eingereicht werden.

Die nötigen Dokumente für eine Nominierung finden Sie unter „Weitere Ressourcen“.

Maha O. A. Rafee stammt aus Gaza und verfügt über mehr als sechs Jahre Berufserfahrung als Apothekerin sowie als Gesundheitsfachperson in Konfliktgebieten. Sie wurde für das Stipendienprogramm Students At Risk ausgewählt und wird im September 2026 den Masterstudiengang Master of Science in Global Health an der Universität Genf aufnehmen.

Nach Abschluss des Masterstudiums plant Maha, nach Gaza zurückzukehren und dort in der Forschung und als Dozentin tätig zu sein. Sie möchte zur Entwicklung eines neuen Curriculums im Bereich Global Health beitragen, das zentrale Themen wie humanitäre Gesundheit, Gesundheitspolitikanalyse und Arzneimittelpolitik umfasst. Darüber hinaus strebt sie eine beratende Tätigkeit für lokale Nichtregierungsorganisationen sowie das palästinensische Gesundheitsministerium an und möchte Workshops sowie Programme zum Kapazitätsaufbau zu Gesundheitsfragen in Konfliktkontexten leiten.

Langfristig möchte Maha ein regionales Innovationszentrum für Global Health gründen, das kontextspezifische Lösungen für von Konflikten betroffene Gemeinschaften entwickelt und gleichzeitig die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Palästina mit der internationalen Global-Health-Gemeinschaft teilt.


Kholoud Dawood ist unsere Stipendiatin aus Gaza. Sie absolviert dank StAR ihr Masterstudium in Übersetzung (Englisch-Arabisch) an der «Faculté de traduction et d’interprétation» (FTI) der Universität Genf ab September 2025. 

Nebst ihrem Studium schreibt Kholoud Dawood literarische Texte. Bei einem ihrer Texte geht es um ihre Ausreise aus Gaza und ihrem Wunsch nach ihrem Studium zurückzukehren. 

Gaza City exhales, sorrow heavy in its tone. 

“You speak of leaving, but I fear being left alone. So many have gone. My streets are empty, my laughter fades. Will you return?” 
 

A single tear slips down her cheek. She wipes it away quickly, as if ashamed of weakness. 

“How could I not? My heart beats with your pulse. Even if my body crosses borders, my soul stays with you. But I need to go. I need to see a world where hospitals have medicine, where the sky isn’t a constant threat, where a degree isn’t a privilege but a right. And then, I’ll bring it all back. I promise.” 

Zum vollständigen Text: Inner conflit. 


von Andy Art über Pixabay

Myo Min Htwe ist unser StAR-Stipendiat aus Myanmar. Dank des Programms nimmt er ab September 2025 sein Doktoratsstudium in Umweltwissenschaften an der “Faculté des géosciences et de l’environnement” der Universität Lausanne auf. 
 

Myo verfügt über umfassende Berufserfahrung im Bereich Zugang zu erneuerbaren Energien und Technologien. Er war sowohl im Forschungs- als auch im Praxisbereich tätig. Er hat an Projekten in Indien, Thailand und Myanmar mitgewirkt und dabei zu Energiemodellierung, Solarstromversorgung und Nachhaltigkeitsinitiativen beigetragen. Derzeit arbeitet er mit internationalen NGOs an Projekten zur Rehabilitation nach Erdbeben in den Regionen Sagaing und Mandalay in Myanmar, mit dem Schwerpunkt auf Energielösungen für von Katastrophen betroffene Gemeinden. 
 

Durch sein Doktoratsstudium will er sein Verständnis für die sozialen und politischen Dimensionen von Energie vertiefen, mit einem besonderen Fokus auf Nord-Süd-Vergleiche. Aufbauend auf seiner Felderfahrung im Globalen Süden möchte er Forschung betreiben, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch für reale Herausforderungen anwendbar ist. 

 
„My wish is simple: to see a Myanmar where clean energy reaches every city and village, where education is a right, not a privilege, and where young people see opportunity instead of limitation.“ 


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Kontakt


Projektleitung Students at Risk:
Leonie Mugglin
studentsatrisk@vss-unes.ch



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