Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) verfolgt mit Sorge den gewaltsamen Verlauf der aktuellen Studierendendemonstrationen in Frankreich. Der VSS solidarisiert sich mit den französischen Studierenden und fordert einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle sowie menschenwürdige Studienbedingungen.
Seit mehreren Tagen beteiligen sich Studierende in Frankreich an den Protesten der Schüler:innen. Die Schüler:innen fordern menschenwürdige Lernbedingungen: die Sanierung von Schulgebäuden, die Einstellung von Lehrpersonal und pädagogischen Hilfskräften sowie Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Hochschulen. Die Studierenden in Frankreich unterstützen sie dabei und setzen sich unter anderem gegen die unterschiedlichen Studiengebühren für ausländische Studierende ein. Diese Forderungen decken sich mit denen des VSS, der die Protestbewegung der französischen Studierenden und Schüler:innen unterstützt.
Schüler:innen und Studierende fordern einen gleichberechtigten Zugang zur Hochschulbildung für alle. Gleichzeitig hat die französische Regierung unter anderem angekündigt, die Studiengebühren für Bachelorstudierende, welche nicht eine europäische Staatsbürgerschaft haben, um das 16-Fache zu erhöhen sowie die persönliche Wohnbeihilfe (Aide personelle au logement, APL) für nicht-europäische Studierende ohne Stipendium abzuschaffen. Auch der VSS setzt sich für Chancengleichheit und einen gleichberechtigten Zugang zu den Hochschulen ein und wird dies weiterhin auch tun. Unterschiedliche Studiengebühren für ausländische Studierende führen zu einer ungleichen Zugang zum Studium und zu einem erheblichen Verlust an Vielfalt und Attraktivität der Hochschulen.
„Heute solidarisieren sich die Studierenden in der Schweiz mit der Jugend in Frankreich in ihrem Kampf für eine Bildung, die für alle zugänglich ist. Junge Menschen haben genauso wie Erwachsene das Grundrecht, ihre Meinung zu äussern und zu demonstrieren. Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft ihren Forderungen endlich Gehör schenkt.“, sagt Alexia Giroud Nyer, Co-Präsidentin des VSS.
Angesichts des Klimawandels sind die französischen Schul- und Hochschulgebäude unterschiedlich gut an die steigenden Temperaturen angepasst. Diese Situation führt zu Disparitäten insbesondere bei der Vorbereitung auf und der Durchführung von Prüfungen. Die Schweiz steht vor derselben Herausforderung, da die Schüler:innen in den Schulen und Studierende an den Hochschulen stark unter der ansteigenden Hitze leiden.
Jegliche Form von Gewalt im Zusammenhang mit Protesten ist aus Sicht des VSS entschieden abzulehnen. Dies gilt sowohl für unverhältnismässige Gewaltanwendung und gewaltsame Übergriffe durch die Polizei als auch für Gewalttaten und Sachbeschädigungen durch Demonstrierende. Gewalt und Repression dürfen keine Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.
Der VSS solidarisiert sich mit den Studierenden und den Schülerinnen und Schülern in Frankreich und fordert einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung unabhängig von Herkunft und finanziellen Mitteln, angemessene Investitionen in zeitgemässe und menschenwürdige Lernbedingungen sowie die Wahrung des Demonstrationsrechts ohne unverhältnismässige Gewaltausschreitungen.
