Nationaler Studierendenverband VSS-UNES-USU und Open Access Vertretende fordern freien Zugang zu Studienliteratur

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Nationaler Studierendenverband VSS-UNES-USU und Open Access Vertretende fordern freien Zugang zu Studienliteratur

Wissenschaftliche Literatur ist die Grundlage jedes Studiums. Doch der Zugang zu öffentlicher Lehre und Forschung ist für Studierende nicht überall gleich und kann mit erheblichen Kosten und Hürden verbunden sein. Lehrbücher und andere Pflichtliteratur müssen gekauft oder – sofern in der Bibliothek noch vorhanden – ausgeliehen werden. Gleichzeitig steigen vielerorts die Lebenskosten sowie die Studiengebühren. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS-UNES-USU) fordert deshalb gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Open Access Schweiz ein zwingendes Zweitveröffentlichungsrecht sowie einen kostenlosen digitalen Zugang zu Pflichtliteratur für Studierende. Mit einer heute zum Semesterstart lancierten Kampagne machen sie auf die Bedeutung eines freien Zugangs zu öffentlich finanzierter Lehre und Forschung aufmerksam.

Öffentlich finanziertes Wissen soll für alle zugänglich sein

Wer studiert, soll unabhängig von den eigenen finanziellen Möglichkeiten Zugang zu den essentiellen wissenschaftlichen Grundlagen des Studiums haben. Heute kann dieser Zugang jedoch davon abhängen, an welcher Hochschule jemand studiert, welche Literatur die Bibliothek bereitstellt und welche individuellen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Besonders relevant ist dies bei Pflichtliteratur für Lehrveranstaltungen und Prüfungsvorbereitungen. Unterschiedliche Zugangsbedingungen können dazu führen, dass Studierende für dieselben wissenschaftlichen Inhalte unterschiedlich viel bezahlen müssen.

«Bereits 500 Franken Zusatzkosten pro Semester für Studienliteratur führen dazu, dass finanziell schwach aufgestellte Studierende in der Schweiz ihr Studium nicht weiterführen können. Ein gerechter Zugang zu Wissen darf nicht vom Portemonnaie der Studierenden oder deren Eltern abhängen.» sagt Isabelle Birkhäuser, Co-Präsidentin VSS.

Was sich mit einem zwingenden Zweitveröffentlichungsrecht ändern würde

Der VSS und die Arbeitsgemeinschaft Open Access Schweiz fordern deshalb ein zwingendes Zweitveröffentlichungsrecht für öffentlich finanzierte Lehre und Forschung. Forschende sollen ihre wissenschaftlichen Publikationen zusätzlich zur Veröffentlichung durch einen Verlag frei zugänglich machen können. So kann Wissen, das mit Steuergeldern finanziert wurde, auch der Öffentlichkeit und insbesondere allen Studierenden gleich zugänglich gemacht werden.

In der Schweiz besteht bereits heute ein gesetzliches Zweitveröffentlichungsrecht. Dieses ist jedoch nicht zwingend. Es kann durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen mit einem Verlag ausgeschlossen werden. Ob Forschende ihre Publikationen anschliessend frei zugänglich machen dürfen, hängt deshalb vom jeweiligen Verlagsvertrag ab. Ein zwingendes Zweitveröffentlichungsrecht würde hier für eine klare und einheitliche Regelung sorgen. Forschende könnten ihre Rechte nicht mehr vollständig an einen Verlag übertragen und hätten weiterhin die Möglichkeit, ihre Publikationen anderweitig frei zugänglich zu machen.

«Ein gerechter Zugang zu Wissen darf nicht vom jeweiligen Verlagsvertrag abhängen. Ein zwingendes Zweitveröffentlichungsrecht schafft klare Rahmenbedingungen und stärkt den freien Zugang zu öffentlich finanzierter Forschung.», sagt Prof. Dr. Marc Thommen, Strafrechtsprofessor und Open-Science Delegierter der Universität Zürich und Initiator der Arbeitsgemeinschaft Open Access Schweiz.

Zeit für eine verbindliche Regelung

Mehrere europäische Länder, darunter Deutschland, Österreich und Frankreich, haben bereits verbindliche Regelungen zur Zweitveröffentlichung. Die Schweiz könnte sich an diesen bestehenden Regelungen ihrer Nachbarländer orientieren und damit den freien Zugang zu öffentlich finanzierter Lehre und Forschung stärken.

Für Studierende bedeutet ein besserer Zugang zu wissenschaftlicher Literatur konkret: weniger Kosten, weniger Abhängigkeit von verfügbaren Bibliotheksbeständen und bessere Voraussetzungen für einen gleichberechtigten Zugang zu den notwendigen Grundlagen des Studiums.

Das zwingende Zweitveröffentlichungsrecht ist damit ein wichtiger Baustein für die Implementierung der Open Access Strategie der Schweiz. Die Open-Access-Bewegung setzt sich dafür ein, dass wissenschaftliche Publikationen frei und kostenlos zugänglich sind. Zahlreiche Forschende und wissenschaftliche Journals machen Publikationen bereits heute freiwillig frei zugänglich. Dieses Vorgehen sollte nicht die Ausnahme sein, sondern muss zur Norm werden.

Über die Kampagne

Mit der gemeinsamen Kampagne wollen die Studierenden der Schweiz und die Arbeitsgemeinschaft Open Access Schweiz die Diskussion über Open Access und das Zweitveröffentlichungsrecht weiter voranbringen. Die Kampagne ist auf ausgewählten DOOH-Panels, in den sozialen Medien sowie an verschiedenen Schweizer Universitäten mit Buchzeichen und Wandplakaten präsent. Die Kampagne wird mitgetragen von 10 Studierendenschaften aus der gesamten Schweiz. Darunter sind die SUB (Universität Bern), der VSPHS (Vertretung der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz), die FAE (Universität Lausanne), die AGEPoly (EPFL), VERSO (ZhdK), FSBHF (Berner Fachhochschule), Skuba (Universität Basel), students.fhnw (Fachhochschule Nordwestschweiz), und der VSUZH (Universität Zürich).

Weitere Informationen:
Link zur Kampagnenseite / zum Blogbeitrag: Zweitveröffentlichungsrecht für Studienliteratur  – VSS UNES USU 

Link zu Medienbildern und Kampagnenmaterial: https://www.swisstransfer.com/dl/01a09e90-d035-72eb-9141-3f4713d57dd7

Kontakt für Medien:
Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS-UNES-USU
Isabelle Birkhäuser, Co-Präsidentin VSS, +41 79 397 63 23, isabelle.birkhaeuser@vss-unes.ch 

Arbeitsgemeinschaft Open Access Schweiz
Prof. Dr. Marc Thommen, Präsident, +41 76 317 27 90, marc.thommen@ius.uzh.ch

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