Ein erster, aber ungenügender Schritt auf dem Weg zur Harmonisierung des Stipendienwesens

< zurück zu allen Beiträgen

Medienmitteilung des VSS vom 12. Juni 2014Der Nationalrat hat heute über den indirekten Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative debattiert. Er sprach sich dafür aus, die Harmonisierung der Höhe der Vollstipendien im Gesetz zu belassen, nachdem der Ständerat diese letzte Woche gestrichen hatte. Das Geschäft geht zurück an den Ständerat. Damit beharrt der Nationalrat zu Recht auf seiner Position, auch die Höhe der Stipendien ansatzweise zu harmonisieren. Der Gegenvorschlag geht aber zu wenig weit und wird den Zugang zur Bildung in der Schweiz nicht hinreichend verbessern.

Der Handlungsbedarf ist unumstritten. Zwischen den Kantonen gibt es erhebliche Unterschiede bei den Kriterien für den Zugang zu und die Bemessung der Stipendien. Dass dies zu Ungerechtigkeit führt, wird von niemandem bestritten. So erhalten Studierende aus der Waadt höhere Stipendien als beispielsweise ihre KollegInnen aus Bern. Letztere müssen deshalb mehr arbeiten, und dadurch länger studieren, um ihre Ausbildung zu finanzieren. Die Stipendieninitiative des VSS will diese Missstände beheben. Für alle Personen an einer Universität, Fachhochschule, ETH oder an einer höheren Fachschule sollen dieselben Regeln beim Zugang zu Stipendien und Darlehen gelten. Weshalb sich das Parlament gegen diese Forderung stellt ist unverständlich. Der indirekte Gegenvorschlag wird dieses Ziel nicht erreichen. Ursprünglich enthielt er mehrere Bestimmungen, die einen ersten Schritt hin zur Harmonisierung der Stipendien ermöglicht hätte. Der Ständerat hat am 5. Juni alle dahingehenden Bestimmungen gestrichen. Heute bleibt ein Gegenvorschlag mit einem einzigen Element, das eine gewisse Harmonisierung ermöglichen würde: Die Aufnahme der Höhe eines Vollstipendiums. Der Nationalrat beharrt zu Recht darauf, diese Bestimmung ins Gesetz aufzunehmen – im Gegensatz zum Ständerat, der sie streichen will. Wenn der Vorschlag des Nationalrates auch im Ständerat eine Mehrheit findet, müssen die Kantone Vollstipendien von mindestens 16‘000 Franken vergeben, um Bundessubventionen im Ausbildungsbeitragswesen zu erhalten. Seit über 50 Jahren fordert der VSS vom Parlament, die Harmonisierung in die Hand zu nehmen und das ungerechte Stipendienwesen konkret zu verbessern. Es ist Zeit, diese Forderung der Studierenden endlich zu erfüllen. Der VSS freut sich, dass ein kleiner Schritt getan wurde. Er bittet den Ständerat seine Entscheidung zu überdenken und dem Vorschlag des Nationalrates zu folgen. Die Schweiz muss den Zugang zur Bildung verbessern – weil Ausbildung Zukunft schafft! [:]

Neues aus der Verbandsarbeit

Stellungnahme

Projet de modification de la loi sur les langues

L’Union des étudiant-e-s de Suisse (UNES) a pris connaissance avec beaucoup d’intérêt du projet de modification de la loi sur les langues, et accueille celui-ci favorablement. En tant qu’organisation faîtière ...

Resolution

Berücksichtigung der Geschlechtsidentität und Anerkennung des (Vor-)Namens an Hochschulen

Die Berücksichtigung der Geschlechtsidentität und die Anerkennung des (Vor-)Namens sind zentrale Voraussetzungen für einen diskriminierungsfreien Hochschulalltag. Der VSS fordert entsprechende Anpassungen in den administrativen Verfahren, um eine einfache, schnelle und ...

Medienmitteilung

Teurer studieren? Neuste Zahlen zeigen den schweizweiten Druck auf die Studiengebühren

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) veröffentlicht erstmals umfassende Daten zur Entwicklung der Studiengebühren an Schweizer Hochschulen sowie aktuelle Einschätzungen der Hochschulen zu Erhöhungen der Studiengebühren in Zusammenhang mit dem ...

Werde informiert

Schreibe einen Kommentar

Book a Free, Personalized Demo

Discover how SimpliCloud can transform your business with a one-on-one demo with one of our team members tailored to your needs.