Historisches Engagement und die Pflicht zur internationalen Solidarität der Studierenden in der Schweiz 

< zurück zu allen Beiträgen

In Zeiten geopolitischer Konflikte und weltweiter Angriffe auf demokratische Strukturen ist es die Pflicht des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS), sich solidarisch mit seinen internationalen Partnerorganisationen zu zeigen, die von autoritären Regierungen bedroht oder unterdrückt werden. 

1. Geschichte des studentischen Engagements für Frieden in der Schweiz und weltweit 

Der 1920 gegründete Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) blickt auf eine lange Tradition der Verteidigung internationaler studentischer Interessen sowie internationaler Solidarität zurück. So organisierte der VSS beispielsweise 1940 eine Spendenaktion zugunsten der vom Krieg betroffenen Studierenden in Europa. 

1956 setzte sich der VSS mit Hilfsaktionen für studentische Geflüchtete aus Ungarn ein, die aufgrund staatlicher Repressionen fliehen mussten. Auch 1989, nach dem Massaker auf dem Tian’anmen-Platz, organisierte der VSS einen „Trauermarsch“ zur Unterstützung der Studierenden der chinesischen Demokratiebewegung¹. Oder erst kürzlich, zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, organisierte der VSS eine Spendenaktion, um die dringende Wohnungsnot in den angegriffenen Gebieten zu lindern.  

Diese Beispiele stellen nur einen Ausschnitt der Geschichte internationaler Solidarität des VSS dar, sind jedoch zentrale Elemente seiner politischen Ausrichtung. 

Studierende in der Schweiz und weltweit stehen seit jeher im Zentrum von Kämpfen für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Indem der VSS klare Positionen zugunsten seiner globalen Partner*innen einnimmt, verteidigt er indirekt auch die Studierenden in der Schweiz sowie ihre demokratischen Rechte. 

2. Aktueller Kontext und Rolle des VSS 

In den letzten Jahren ist weltweit ein Erstarken oder eine Rückkehr autoritärer, antidemokratischer und gewaltbereiter Regierungen zu beobachten. Beispielhaft zu nennen ist Serbien, wo es seit 2024 zu umfangreichen Studierendenprotesten kam², die mit gewaltsamer staatlicher Repression beantwortet wurden. Auch im Iran werden Studierende systematisch unterdrückt, weil sie gegen ihre Regierung protestieren³.

Die globale geopolitische Lage wirkt sich zudem direkt auf demokratische Rechte und den freien Zugang zu Bildung aus. So treibt die US-Regierung durch massive Haushaltskürzungen im Bildungsbereich die Privatisierung von Hochschulen voran und schränkt den gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung weiter ein⁴.

Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte ebenfalls gravierende Auswirkungen auf Studierende und Hochschulen⁵. Der israelisch-palästinensische Konflikt zeigte zudem weltweite sowie auch schweizweite Folgen, insbesondere durch Versuche der Einschüchterung von Hochschulen, die unter anderem von Amnesty International kritisiert wurden⁶.

3. Forderungen des VSS 

Der VSS: 

  • setzt sich weltweit für einen gleichberechtigten, diskriminierungsfreien und sicheren Zugang zu Bildung ein 
  • verteidigt das Recht auf Protest als fundamentales demokratisches Grundrecht 
  • fordert und fördert eine autonome, unabhängige und demokratische Vertretung studentischer Interessen durch Studierende selbst 
  • bekennt sich ausdrücklich zu den Werten internationaler Zusammenarbeit und Solidarität 
  • setzt sich dafür ein, dass Studierende in offiziellen institutionellen Gremien angemessen vertreten sind und ihre Positionen berücksichtigt werden 

4. Schlussfolgerung 

Studierende auf der ganzen Welt verbindet, dass sie die Zukunft unserer Gesellschaften mitgestalten. Die Gewährleistung eines gleichberechtigten Zugangs zu Bildung unter sicheren und menschenwürdigen Bedingungen ist eine Pflicht jeder demokratischen Gesellschaft. 

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) ist aufgrund seiner Geschichte des Engagements und seiner politischen Verantwortung verpflichtet, eine klare und entschiedene Haltung zur Verteidigung dieser Rechte einzunehmen. 

Neues aus der Verbandsarbeit

Resolution

Partizipative Führungskultur an den Schweizer Fachhochschulen

Der Erfolg und die Qualität von Schweizer Fachhochschulen im Rahmen ihres vierfachenLeistungsauftrags basieren massgeblich auf der aktiven Mitwirkung ihrer Angehörigen. Durch partizipative Prozesse werden Entscheidungen über alle Stufen hinweg reflektiert,Risiken ...

Resolution

Historisches Engagement und die Pflicht zur internationalen Solidarität der Studierenden in der Schweiz 

In Zeiten geopolitischer Konflikte und weltweiter Angriffe auf demokratische Strukturen ist es die Pflicht des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS), sich solidarisch mit seinen internationalen Partnerorganisationen zu zeigen, die von autoritären Regierungen bedroht oder unterdrückt werden.  1. Geschichte des studentischen Engagements für Frieden in der Schweiz und weltweit  Der 1920 gegründete Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) blickt auf eine lange Tradition der Verteidigung internationaler studentischer Interessen sowie internationaler Solidarität zurück. So organisierte der VSS ...

Medienmitteilung

Jugendbündnis gegen die 10-Millionen-Initiative

Die SVP-Initiative gefährdet die Zukunft der jungen Generationen. Ein breites Bündnis aus Organisationen und Jugendparteien engagiert sich gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Die SVP-Initiative bietet keine Lösung für die aktuellen ...

Werde informiert

Book a Free, Personalized Demo

Discover how SimpliCloud can transform your business with a one-on-one demo with one of our team members tailored to your needs.