Pressemitteilung – Der VSS verurteilt den Vorschlag zur Erhöhung der Studiengebühren

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Der Verband der Schweizer Studierendenschaften bedauert die Empfehlungen der Expertengruppe zur Neuüberprüfung der Aufgaben und Subventionen, die eine Verdoppelung der Studiengebühren für alle Schweizer Studierenden sowie eine Vervierfachung der Gebühren für Studierende aus dem Ausland vorschlägt. Dieser Vorschlag ist ein Angriff auf die Chancengleichheit beim Zugang zu einem Hochschulstudium in der Schweiz. Der VSS bedauert zudem, dass der Bereich der Hochschulbildung einmal mehr Gegenstand von drastischen Sparmassnahmen sein soll.

Die Expertengruppe zur Neuüberprüfung der Aufgaben und Subventionen hat heute ihre Empfehlungen zur Sanierung der Bundesfinanzen vorgelegt. Besonders betroffen ist der Bildungsbereich, in dem Sparmassnahmen von dramatischem Ausmass vorgeschlagen werden. Insbesondere die Abwälzung der Kosten vom Bund auf die Studierenden durch eine Verdoppelung bzw. Vervierfachung der Studiengebühren für inländische und ausländische Studierende, um jährlich 120 Millionen einzusparen, ist absurd. Solche Erhöhungen steigern die Einnahmen nur marginal und lösen die finanziellen Probleme der Hochschulen keineswegs. Es handelt sich um eine symbolische Politik, die auf den Schultern der Studierenden lastet, die einen solches Sparprogramm auf ihren Schultern nicht verkraften können.

Mit der aktuellen BFI-Botschaft, die im Herbst von den Räten behandelt wird, spart der Bund de facto bereits bei der Bildung. Die angestrebte Erhöhung von nur 1,6% liegt unter der Inflationsrate und wird die Hochschulen in Schwierigkeiten bringen. In diesem angespannten Umfeld sind weitere Sparmassnahmen bis 2030 nicht denkbar. Die Qualität der Hochschulbildung darf nicht gefährdet werden.

Diese Lastverschiebungen führen zu höchst problematischen sozialen Folgen. Der Zugang zur Hochschulbildung bleibt nämlich weitgehend ungleich, was das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft beeinträchtigt. Es ist notwendig, dass die Hochschulen zugänglich sind, um das Recht auf Bildung für alle zu gewährleisten. Die Erhöhung der Studiengebühren kommt daher einer weiteren Hürde für den Zugang zur Bildung in der Schweiz gleich. Die Erhöhung der Studiengebühren führt zwangsläufig zu einer Selektion der Studierenden nach finanziellen Mitteln und nicht nach Fähigkeiten. Darüber hinaus stellt diese Erhöhung eine zusätzliche Belastung für die Studentenschaft dar, von der 60% bereits unter[i] finanziellen Problemen leiden. Ohne finanzielle Unterstützung wird es einem erheblichen Teil der benachteiligten Bevölkerungsgruppen unmöglich gemacht, eine Hochschulausbildung zu absolvieren. Zu den Studiengebühren kommen alle Kosten hinzu, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, wie Unterkunft, Essen, Transport, Versicherungen usw.[ii] In Kombination mit den steigenden Lebenshaltungskosten befinden sich die Studierenden in der Schweiz von Jahr zu Jahr in einer alarmierenderen wirtschaftlichen Situation. Dies, obwohl laut BFS bereits 73% der Studierenden neben dem Studium arbeiten, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können[iii] , obwohl die Hochschulausbildung als Vollzeitbeschäftigung angesehen wird.

Eine Erhöhung der Studiengebühren wird die Prekarisierung der Studierendenschaft und die Einschränkung des Zugangs zur Bildung stark verschärfen. Diese stellt eine Gefahr für die Studienbedingungen, die Qualität der Lehre und den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft dar. Der VSS wird sich mit allen Mitteln gegen jegliche Erhöhung der Studiengebühren wehren. Er appelliert an das Parlament und den Bundesrat, keine weiteren Kürzungen im Bildungsbereich vorzunehmen und die richtige Kompetenzverteilung zu respektieren, indem sie den Kantonen ihre Autonomie im Bereich der Hochschulbildung belassen.


[i] BFS-Umfrage zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden, 2020: https://www.bfs.admin.ch/bfs/fr/home/statistiques/education-science/personnes-formation/degre-tertiaire-hautes-ecoles/situation-sociale-economique-etudiants.html

 

[iii] Idem.

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